COVID-19-Selbsthilfe-Tagebuch

Selbsthilfegruppe f. Geschwister von Menschen mit geistiger Behinderung

von Mag. Angelika Peaston-Startinig, SHG f. Geschwister von Menschen mit geistiger Behinderung

Guten Tag,

in der Woche, in welcher der Corona-Shutdown verordnet wurde, hätte ich gleich zwei wichtige Treffen gehabt. Tja. Geduld! Es ist nicht aus der Welt.

 

Jedenfalls sieht meine persönliche Situation im Moment so aus:

Ich bin jeden Abend drei bis vier Stunden lang bei meiner betagten Mutter (mit Vorerkrankungen) & geistig behindertem Bruder, der bei ihr wohnt. Ich mache die Einkäufe, koche mit ihm, und wir essen gemeinsam, sehen fern. Ich versuche, sie vor Ansteckung fernzuhalten und ihnen ein Stück Normalität zu ermöglichen.

Letztlich waren es über sieben Wochen, fünf bis sechs Stunden täglich, in der Zeit sind auch vier Partezettel (nicht coronabedingt) bei meiner Mutter angekommen... mein Bruder ist von all dem nachhaltig verstört und seither sehr verunsichert. - Soweit mein ganz persönliches Coronatagebuch.

Ich freue mich schon, wenn das Social Distancing (ein scheußliches Wort — das hat unserer Gesellschaft gerade noch gefehlt!) wieder weniger streng wird und wir hoffentlich nicht zusätzlich Menschlichkeit einbüßen.

Bis es soweit ist, halten wir durch und bleiben Sie, bleiben wir gesund!

Ihre
Angelika Peaston-Startinig
SHG für Geschwister von Menschen mit geistiger Behinderung

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