Kärntner Selbsthilfegruppen trotzen dem Corona-Virus

Es wurden sowohl Fragen über die Bedeutung des Erfahrungs- und Informationsaustausch im Rahmen eines realen Gruppentreffens gestellt als auch die Umstellung und Akzeptanz des virtuellen Formates thematisiert. Zusätzlich wurde nach Sorgen um den Weiterbestand der Selbsthilfegruppe gefragt und genauer beleuchtet.

Folgende Fragen wurden u.a. gestellt:

  1. Wie wichtig wäre es für Sie und Ihre GruppenteilnehmerInnen, in der momentanen Situation wieder persönliche Treffen durchführen zu dürfen? Wie wichtig sind die persönlichen Gespräche?
  2. Würden Sie unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen wieder reale Gruppentreffen durchführen?
  3. Haben Sie die Gruppenaktivitäten bereits auf ein virtuelles Format umgestellt und werden Zoom, WhatsApp etc. oder telefonische Unterstützung von den GruppenteilnehmerInnen akzeptiert und genutzt?
  4. Haben Sie Sorgen um den Weiterbestand ihrer Selbsthilfegruppe?

58 Kontaktpersonen von Kärntner Selbsthilfegruppen kamen zu bewegenden Ergebnissen. Die Altersverteilung lag zu gleichen Teilen bei der Altersgruppe 40-55 Jahre sowie 56-70 Jahre.

19% der Befragten waren über 70 Jahre alt. Wenn man hierzu bedenkt, dass sich die Kommunikationskanäle durch COVID-19 stark in den virtuellen Bereich verschoben haben, ist es umso mehr hervorzuheben, wie hoch die Lernbereitschaft auch bei den höheren Altersgruppen ist.

Persönliche Gespräche

Die Kernfunktionen der Selbsthilfe, nämlich aufzufangen, zu ermutigen, zu informieren, zu orientieren und zu unterhalten sind durch die COVID-19-Maßnahmen stark eingeschränkt und beeinträchtigt. Daher ist es, wie die Ergebnisse zeigen, unumstritten, wie wichtig der persönliche Erfahrungsaustausch in der Selbsthilfe ist. 88% aller Kontaktpersonen betonen die Wichtigkeit der persönlichen Treffen. 93% der Kontaktpersonen, welche als Sprachrohr für die gesamte Gruppe fungieren, bestätigen den großen Wunsch nach realen Treffen.

Viele Angebote und Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Auch Eltern berichten, dass sich Kinder und Jugendliche die realen Treffen schon sehr wünschen. „Der Halt, den eine Selbsthilfegruppe bietet und die damit verbundene Entlastung im Alltag, fehlt auch den Angehörigen von Betroffenen sehr stark“, berichten einige Kontaktpersonen.

Virtuelles Format und neue Möglichkeiten

Doch es wurden auch neue Wege beschritten, ganz nach dem Motto „Wo ein Wille, da ein Weg!“

91% aller Kontaktpersonen fanden alternative Möglichkeiten, um Kontakte weiterhin zu pflegen und den Erfahrungs- und Informationsaustausch aufrechtzuerhalten. Denn vor allem bei der älteren Generation kann ein Kontaktverlust schnell zu Isolation und Vereinsamung führen.

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