Selbsthilfegruppe 70+

Im geschützten Rahmen, im öffentlichen Krankenhaus Waiern Diakonie de La Tour trifft sich mittlerweile auch die Selbsthilfegruppe 70plus.

Erfreulicherweise hat sich das Bewusstsein zunehmend herausgebildet, das psychische Wohlbefinden also die Psychohygiene sehr offen in den Vordergrund zu stellen! Dies wirkt sich schlussendlich positiv auf Körper, Geist und Seele aus. Die Beteiligten setzen sich kompetent mit ihren Krankheiten und Belastungen auseinander – im Sinne eines „kompetenten Selbstmanagement von Krankheiten“ und dies, trotz höherem Lebensalter.

Die Gruppe beginnt häufig mit einer Entspannungsübung, um dann auf den persönlichen Austausch überzuleiten. Beim gemeinsamen Erfahrungsaustausch hilft natürlich das AEIOU (A = Auffangen, E = Ermutigen, I = Information, O = Orientierung und U = Unterhaltung) der Selbsthilfe Kärnten (Dr. Herbert Janig, 1999). Auf einen respektvollen Umgang miteinander und den Hinweis der Schweigepflicht nach außen hin legen die teilnehmenden Menschen größten Wert.

_____________________

Statement 30 Jahre Selbsthilfe Kärnten:

Interviewer: Carol Griesser (Jahrgang 1974)

Name: Marianne Neumayer (Jahrgang 1948)

Frau Neumayer, welchen Themenschwerpunkt hat ihre Selbsthilfegruppe, welche sich im öffentlichen Krankenhaus Waiern - Diakonie de La Tour trifft?

In unserer Selbsthilfe Gruppe 60plus liegt der Schwerpunkt eindeutig im psychischen/seelischen Bereich.

Wie lange sind Sie schon in der Selbsthilfegruppe aktiv?

Ich nehme seit Januar 2015 an den angebotenen Treffen sehr aktiv teil.

Wie war ihre Lebenssituation, bevor Sie zur Selbsthilfegruppe gegangen sind bzw. was hat Sie dazu motiviert sich in einer Selbsthilfegruppe einzubringen?

Davor war ich viel allein. Die beiden Kinder und Enkelkinder sind flügge geworden und man will ja auch niemanden zur Last fallen. Zunehmend fehlten mir die Ansprechpartner, mit denen ich mich hätte austauschen können. Und nach einer intensiven Zeit der Pflege hatte ich plötzlich keine Perspektive mehr; keine Fixpunkte. Und vermutlich habe ich mich in dieser Zeit auch zunehmend zurückgezogen, es fehlte mir irgendwie wohl die grundsätzliche Strukturierung. Eine sehr liebe Freundin, und ein Gründungsmitglied der Selbsthilfegruppe 60plus, aus meinem Wohnort hat mich dann zur Teilnahme an dieser Gruppe motiviert. Und diese Gruppe wurde zu meinem Fixpunkt und strukturiert heute meinen Alltag, auch in der letzten Zeit. Meine Generation hat ja schon einiges durchlebt, und trotz social distancing hielten wir weiterhin telefonischen Kontakt – ich spürte die anderen waren mit trotzdem nahe. In unserem Alter, und eigentlich ja in jedem Alter, tut es gut zu spüren, dass sich jemand um einen sorgt. Diese Fürsorglichkeit ist einfach sehr wichtig.

Welche Aktivitäten macht ihre Selbsthilfegruppe?

In der Gruppe versucht jeder Teilnehmer etwas einzubringen, verschieden Tipps werden ausgetauscht und alles zusammen trägt dazu bei, wieder das Leben besser gestalten zu können. Wir haben viel Erfahrungswissen, dennoch brauchts manchmal den einen oder anderen Anstoß! Auch das mentale Training, die Phantasiereisen und die Entspannungsübungen in der Gruppe erlebe ich als sehr hilfreich!

Wie beurteilen Sie den Einfluss der Selbsthilfegruppe auf ihre persönliche Lebenssituation?

Ich sehe die Erfolge darin, dass ich durch die angebotenen Hilfen wieder neuen Energieschub für mein Leben bekomme! Ich habe viele, viele großartige Freundschaften und neuen Lebensmut für mein Leben gefunden! Auch möchte ich mich auf diesem Wege sehr bei Frau Prim. Andre-Tschinkel bedanken, dies uns die Treffen im Krankenhaus Waiern ermöglicht.

Mein Motto heute lautet: Hintarschaugn obar heint lebm.