SHG Wirbelsäule, Beckenboden, Gelenke

Selbsthilfegruppe Wirbelsäule, Beckenboden, Gelenke

„ES GIBT NICHTS GUTES – AUSSER MAN TUT ES“

Ich erlerne es für mich, ich tue es für mich und warte nicht, bis an mir etwas getan wird oder getan werden muss!

Aus dieser Motivation heraus initiierte Renate Anglic vor 20 Jahren die Selbsthilfegruppe „Bandscheibengeschädigte“ in Klagenfurt, welche später auf den Namen Selbsthilfegruppe „Wirbelsäule, Beckenboden, Gelenke“ geändert wurde.

Präventiv aber auch postoperativ finden viele Betroffene wieder echtes Lebensgefühl, Freude an sich selbst, aber auch an der Arbeit und im Familienkreis, weil sie KEIN KREUZ MIT DEM KREUZ mehr haben.

Übungen in der Gruppe machen Spaß, werden unter Anleitung kontrolliert und stärken die Psyche. Man ist mit dem Leiden nicht allein, wird aus der Isolation herausgeholt und nach der Übungsstunde gibt’s noch ein Plauscherl zum „austschentschn“.

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Statement 30 Jahre Selbsthilfe Kärnten:

Welchen Themenschwerpunkt hat Ihre Selbsthilfegruppe?

Selbsthilfegruppe Wirbelsäule, Gelenke, Beckenboden

Wie lange sind Sie schon in der Selbsthilfegruppe aktiv?

War schon vor dem offiziellen Beginn, das heißt seit 33  Jahren, als eine der ersten Gruppen dabei. Wurde von Dr.Horst Sekerka und Dr.Jörg Strohecker in diese Richtung gedrängt und von der damaligen Gründerin des Dachverbandes gebeten, mich diesem Verein anzuschließen und eine Gruppe zu gründen.

Wie war Ihre Lebenssituation, bevor Sie zur Selbsthilfegruppe gegangen sind bzw. was hat Sie dazu motiviert sich in eine Selbsthilfegruppe einzubringen?

Da ich selbst eine Bandscheibenoperation hinter mir hatte und Dr. Strohecker gesehen hat, was ich schon im Sanatorium für mich gemacht habe, hat er mich gebeten, all das mit anderen Personen zu tun. Da ich aber keine Ausbildung hatte, hat er sofort Prof. Dr. Tilscher im Krankenhaus Wien Speising gebeten, mich für eine Ausbildung dort aufzunehmen. Danach folgte jährlich bis heute viele Aus- und Fortbildungen. Also habe ich die Selbsthilfegruppe unter dem Motto „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ gegründet. Zwischenzeitlich hatte ich wöchentlich bis zu zehn Turnstunden und auch viele Workshops und Vorträge. Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch kaum Fitness Studios und auch sehr wenige Physiotherapeuten. Wenn jemand akut  erkrankt war oder nach einer Operation, ging der Patient zuerst zum Arzt und Physiotherapeuten. Damit er mit der Bewegung nicht aufhörte, kam er dann in meine Gruppe, denn gemeinsam geht alles leichter – Turnen und auch über Sorgen und Schmerzen reden.

Welche Aktivitäten macht Ihre Selbsthilfegruppe?

Derzeit gibt es noch sieben Wirbelsäulen- und Beckenboden Gruppen, weil ich auch in bisschen zurückschalten musste, denn ich bin schon 72 Jahre und leite alles an und turne auch noch vor. Außerdem habe ich eine Familie und 2 Enkelkinder, die mich brauchen. Auch gibt es ein gemeinsames Nordic Walking und immer wieder Gesundheitsvorträge von Ärzten. Jährlich machen wir einen Aktivurlaub am Meer und immer wieder auch in den Bergen und hier gibt es Atemgymnastik, Nordic Walking, Augenjoga, Stretching, Gedächtnistraining, Wirbelsäulengymnastik usw. Leider gibt es in Klagenfurt kein Hallenbad für die Gruppe. Auch mit den Turnsälen haben wir seit Jahren immer wieder Probleme. So haben wir sogar schon in einer Kirche geturnt, was wir auch jetzt tun, wenn die Schulen wegen der Ferien geschlossen haben. Der Körper hat keine Ferien.

Wie beurteilen Sie den Einfluss der Selbsthilfegruppe auf Ihre persönliche Lebenssituation?

Ich persönlich motiviere und begleite alle meine Teilnehmer, aber auch alle alle meine Gruppenteilnehmer und auch andere motivieren  mich, immer wieder weiter zu machen und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Da ich selbst Betroffener bin, verstehe ich ganz  gut die Wehwechen und bin auch glaubwürdig. So geht es uns allen gut.

Renate Anglic